J.R.R. Tolkien

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John Ronald Reuel Tolkien
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Geburtsort: Bloemfontein, Südafrika
Geburtstag: 3. Januar 1892
Todestag: 2. September 1973
Letzter Aufenthaltsort: Oxford, Großbritannien
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John Ronald Reuel Tolkien, geboren am 3. Januar 1892 in Bloemfontein, das heute zu Südafrika gehört, gestorben am 2. September 1973 in Bournemouth in England, wurde mit seinem Buch Der Herr der Ringe und der darum gewickelten Geschichte (Auch Legendarium genannt) zu einem der Begründer der modernen Fantasy-Literatur.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und frühe Jugend

Seine Familie wohnte nach dem Tod von J.R.R. Tolkiens Vater vorerst im ländlichen Ort Sarehole Mill, einem Vorort von Birmingham. Vier Jahre seiner Kindheit verbrachte er dort und verwendete diesen Ort später als Vorlage für das Auenland im Legendarium. Er wurde von seiner Mutter, die im Jahr 1900 zum Katholizismus konvertiert, in ihrem Glauben erzogen, was später weitreichende Folgen auf seine Werke hat. Als seine Mutter am 14. November 1904 stirbt – Tolkien ist zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt – bewirkt dies bei ihm zwei Dinge:

  • Eine sehr starke emotionale Bindung an die katholische Kirche.
  • Eine pessimistische Grundhaltung und die damit verbundene Vorstellung, dass die Welt unwiderruflich gefallen sei.

Jugend und Studienzeit

Während seiner Jugend verfällt er immer mehr der Literatur und liest begeistert verschiedene Gedichte. Auch zeigte er ein starkes Interesse an Sprachen und konnte fließend Griechisch, Gotisch, Altenglisch und auch Latein sprechen. Später wird er auf das Finnische aufmerksam, was später seine Kunstsprache Quenya beeinflussen wird. In seiner Studienzeit weist ihn sein Professor im Fach vergleichende Philologie auf das Walisische hin, welches er später ebenfalls in seiner zweiten Kunstsprache Sindarin verwendet. Weiterhin verliebt er sich in die Frau Edith Bratt, zu der ihr sein Vormund nach Auffliegen dieser Affäre jeglichen Kontakt verbietet, und er bis zu seine Volljährigkeit mit 21 Jahren (Insgesamt also 3 Jahre) dieses Verbot achten muss. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Edith verarbeitet er später in seiner Literatur in Form der Sage von Beren und Lúthien (Siehe Silmarillion, Quenta Silmarillion, Kapitel 19). Später wechselt er auf ein Institut für englische Sprache und Literatur. Dort liest er im Rahmen des anspruchsvollen altenglischen Literaturkanons das Werk Crist des angelsächsischen Dichters Cynewulf aus dem frühen 8. Jahrhundert, welches eine Sammlung religiöser Dichtung ist. Zwei Zeilen davon beeinflussten ihn nachhaltig:

Eala Earendel engla beorhtast
ofer middangeard monnum sended
Heil dir Earendel, strahlendster Engel,
über Mittelerde den Menschen gesandt

Mit Mittelerde ist hier die Welt der Menschen gemeint. Der Name Earendel, der traditionell als „Lichtstrahl“ übersetzt wird, bezog sich laut Tolkiens Deutung auf den Morgenstern Venus. Er selbst beschrieb später die Wirkung dieser Zeilen auf sich so:

I felt a curious thrill, as if something had stirred in me, half wakened from sleep. There was something very remote and strange and beautiful behind those words, […], far beyond ancient English.
Ich fühlte mich auf seltsame Weise beflügelt, als ob sich in mir etwas geregt hätte, halb aus dem Schlaf erweckt. Da steckte etwas ungeheuer Fernes, Wundersames und Schönes hinter diesen Worten, […], weit jenseits des archaischen Englisch.

Dies kann vorsichtig als Geburtsstunde seiner Mythologie angesetzt werden, denn bereits ein Jahr später schrieb er das Gedicht The Voyage of Earendel the Evening Star, das mit den oben genannten Zeilen beginnt und den Keim seiner Mittelerde-Mythologie bildet.

Krieg

Während des ersten Weltkrieges war er als Bataillonsoffizier für Signalwesen im Dienst und nimmt aktiv an der Schlacht an der Somme teil, der blutigsten Schlacht dieses Krieges. Die unmittelbare Erfahrung der Grausamkeiten des Stellungskrieges trifft ihn tief und lässt den Einbruch des Bösen in eine friedvolle Welt zu einem Grundthema seines Lebens und seiner Literatur werden. Er beginnt mit einem Projekt, das in der Literaturgeschichte ohne große Vorbilder dasteht, der Erschaffung eines vollständigen und mit nichts weniger als der Schöpfung der Welt beginnenden Sagenzyklus. Mit der Niederschrift des Buches der Verschollenen Geschichten, das in dieser Form erst postum durch seinen Sohn Christopher veröffentlicht werden wird (Genauso wie das Silmarillion), existieren erstmals größere Teile seiner später im Silmarillion ausgearbeiteten Mythologie. Hier benutzt er auch erstmals konsequent seine erfundenen Sprachen, insbesondere Quenya und Sindarin. Beide setzt er nun als Sprache der Elben in Mittelerde ein.

Der kleine Hobbit und der Herr der Ringe

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Nach dem Krieg, den er aufgrund einer Erkrankung größtenteils in Krankenhäusern verbrachte, bewirbt er sich um einen Lehrstuhl für Angelsächsisch in Oxford und bekommt den Platz zugesprochen. In den Gedichten, die er diese Zeit schreibt finden sich immer mehr Andeutungen auf das heutige Mittelerde, so taucht zum Beispiel die Figur des Gollum in seinem Gedicht Glib ansatzweise auf. In den frühen 1920er und 1930er Jahren beginnt er, seinen Kindern regelmäßig fantasievolle Geschichten zu erzählen, die allerdings nichts mit dem späteren Legendarium zu tun haben. 1930 schreibt er erste Teile seines späteren Erfolges Der kleine Hobbit, der 1937 veröffentlicht wird. Auf dringenden Wunsch des Verlages beginnt Tolkien die Arbeit an einer Nachfolgeerzählung, die er zunächst wie Der kleine Hobbit als Kinderbuch anlegt.

Der Herr der Ringe erscheint schließlich 1954, der eigentlich in sechs statt drei Bücher unterteilt war, deren Druck aufgrund der horrenden Papierpreise in England nach dem 2. Weltkrieg jedoch auf die bekannten drei Bücher Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs beschränkt wird (Es ist jedoch der gesamte Text Tolkiens hierin verarbeitet, Kürzungen wurden nicht vorgenommen).

Die letzten Jahre

Sein weiteres Leben verbringt er mit dem Ausarbeiten des Silmarillion, das er jedoch bis zu seinem Lebensende nicht mehr fertigstellt und das erst nach seinem Tode von seinem Sohn Christopher herausgegeben wird. Für ein paar Jahre ziehen er und seine Frau Edith in das englische Seebad Bournemouth. Dort stirbt Edith im Jahre 1971, woraufhin Tolkien nach Oxford zurückkehrt. Zwei Jahre später stirbt auch J. R. R. Tolkien im Alter von 81 Jahren nach kurzer Krankheit in einem privaten Hospital in Bournemouth, wohin er für einen kurzen Urlaub verreist war. Das Grabmal der beiden befindet sich auf dem katholischen Teil des Wolvercote Cemetery in Oxford; auf den Grabsteinen stehen neben ihren Namen auch die Namen Beren und Lúthien – Zeichen für eine den Tod überdauernde Liebe. Bereits vor dem Tod seines Vaters bearbeitet Christopher Tolkien die Schriftstücke seines Vaters und veröffentlicht sie seit 1977, unter anderem Das Silmarillion und von 1983 bis 1996 auch die History of Middle-Earth.


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Seine Werke (Auszug)

Die nach 1973 veröffentlichten Werke wurden durch Christopher Tolkien veröffentlicht.

   * Der kleine Hobbit (The Hobbit: or There and Back Again), 1937, dt. 1957
   * Blatt von Tüftler (Leaf by Niggle), 1945, dt. 1964
   * Bauer Giles von Ham (Farmer Giles of Ham), 1949
   * Der Herr der Ringe (The Lord of the Rings), 1969/1970, erschienen in drei Bänden als
         o The Fellowship of the Ring: being the first part of The Lord of the Rings 1954,
         o The Two Towers: being the second part of The Lord of the Rings 1954,
         o The Return of the King: being the third part of The Lord of the Rings 1955 
   * Der Schmied von Großholzingen (Smith of Wootton Major) 1967
   * Die Briefe vom Weihnachtsmann (The Letters of Father Christmas), postum 1976, dt. 1977
   * Das Silmarillion (The Silmarillion), postum 1977, dt. 1978
   * Nachrichten aus Mittelerde (Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth), postum 1980, dt. 1983
   * Herr Glück (Mr. Bliss), postum 1982, dt. 1983
   * The History of Middle-earth postum 1983-1996, erschienen in zwölf Bänden als
         o The Book of Lost Tales, Part I postum 1983, dt. Übersetzung in Das Buch der verschollenen Geschichten
         o The Book of Lost Tales, Part II postum 1984, dt. Übersetzung in Das Buch der verschollenen Geschichten, Teil 2
         o The Lays of Beleriand postum 1985
         o The Shaping of Middle-earth postum 1986
         o The Lost Road and Other Writings postum 1987
         o The Return of the Shadow postum 1988
         o The Treason of Isengard postum 1989
         o The War of the Ring postum 1990
         o Sauron Defeated postum 1992
         o Morgoth’s Ring postum 1993
         o The War of the Jewels postum 1994
         o The Peoples of Middle-earth postum 1996 
   * Roverandom postum 1998
   * Die Kinder Húrins (The Children of Húrin) postum 2007 

Quellen und Infos

Auf Ardapedia kann man viel über das Leben von J.R.R. Tolkien erfahren.

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